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14 Jahre Haft für Tankstellenmörder

Pressekonferenz anläßlich seiner Verurteilung

Der unmittelbare Anlass für die Pressekonferenz vom 17. Dezember 2001 ist die rechtskräftige Verurteilung des Mörders des Esso Tankstellenmitarbeiters Mack, der in der Nacht zum 9. Mai 1993 mit 6 Schüssen in der Esso Tankstelle in Karlsdorf bei Karlsruhe erschossen wurde. Die rechtskräftige Verurteilung hatte zur Folge, dass Esso die Belohnung von DM 50.000,- auszahlen konnte. Insgesamt 7 Personen haben unterschiedlich hohe Beträge aus dieser Belohnung erhalten.
 
Opfer Vater von zwei Kindern
Der Fall stellte sich als einer der schlimmsten Tankstellenüberfälle bei Esso dar. Das Opfer, ein Vater von zwei Kindern, wurde mit 6 Schüssen in der Tankstelle getötet. Aus der Art der Schussverletzungen, insbesondere der Schusskanäle, liess sich schließen, dass der Täter noch auf den bereits am Boden liegenden Mann geschossen hatte. Die Beute betrug ca. DM 2.600.-. Die Esso Tankstelle in Karlsdorf war eine der wenigen Stationen, die damals noch nicht mit Videokameras ausgestattet war.
 
Hohe Belohnung
Trotz sehr intensiver Arbeit der Kripo Karlsruhe ließ sich ein Täter nicht ermitteln. Die sofort nach Ende der Tat von Esso ausgesetzte Belohnung von DM 10.000.- wurde daraufhin auf DM 50.000,- erhöht. Auch dies führte zunächst jedoch nicht zum erwünschten Erfolg.

Wiederaufnahme der Ermittlungen
Dass der Täter wie vom Erdboden verschluckt war, hatte seinen besonderen Grund, wie sich später herausstellte. Er befand sich nämlich im Gefängnis. Vier Wochen vor dem Mord auf der Esso Tankstelle hatte er bei einem Überfall eine 90jährige Rollstuhlfahrerin schwer verletzt und aus ihrer Schürzentasche knapp DM 20,- erbeutet. Für diese Tat hatte er eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren erhalten. Die Kripo Karlsruhe hat 6 Jahre nach dem Abschluss der Ermittlungen von sich aus die Akte des unaufgeklärten Kapitalverbrechens auf der Esso Tankstelle wieder geöffnet, wie sie es routinemäßig mit vielen schweren Verbrechen tut. Viele Zeugen wurden vernommen. Die Staatsanwaltschaft hat allein in ihrer Anklageschrift 64 Zeugen aufgeboten, aufgeteilt nach Zeugen aus dem Umfeld des Opfers, aus der Tatnacht, aus dem Umfeld des Täters, wozu auch Insassen aus der Justizvollzugsanstalt gehörten, in der der Täter einsaß.
 
14 Jahre Haft
Der anschließende Prozess war ähnlich aufwendig wie die Ermittlungen, da der Täter trotz vorliegender zahlreicher Beweise nach wie vor nicht geständig war. Seine Schuld konnte mit Hilfe zahlreicher Zeugenaussagen zur Überzeugung des Gerichtes nachgewiesen werden. Der Täter hat eine Strafe von 14 Jahren erhalten. Die Belohnung von DM 50.000,- ist mittlerweile vollständig an die Zeugen ausgezahlt worden, die im erheblichen Umfang zu der Verurteilung beigetragen haben. Die Staatsanwaltschaft hat hierzu eine Vorschlagsliste von 7 Personen erstellt, die Belohnungen in unterschiedlicher Höhe erhalten haben. Esso hat sich diesem Vorschlag in vollem Umfang angeschlossen. Das Unternehmen geht davon aus, dass zu einem gewissen Teil auch die Belohnung zum Erfolg beigetragen hat. Z.B. sind zwei Belohnungen von mehreren tausend Mark an zwei Insassen von Justizvollzugsanstalten gegangen, denen gegenüber sich der Täter mit seiner Tat gebrüstet hat. Das Gericht hat ihre Aussagen als glaubwürdig angesehen und so könnte dieser Betrag für jeden der heutigen Insassen den Grundstock für den Anfang eines kriminalitätsfreien Lebens bilden.
 
 
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